Salbenküchen-Kurs Teil 7: Emulsionen

Willkommen beim Salbenküchenkurs Teil 7.

Heute geht es um Emulsionen.


Inhalt


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Theorie

Eine Emulsion ist das was entsteht, wenn man Fett und Wasser erfolgreich verbindet. Das geht praktisch nur, mithilfe eines Emulgators. Hier ein Flüssigemulgator.

Emulsionen sind nicht etwa eine Erfindung der modernen Chemie, sondern sie kommen in der Natur häufig vor. Ein bekanntes Beispiel für eine natürliche Emulsion ist Milch. Auch Butter ist eine Emulsion.


Emulsions-Experiment

Schauen wir uns einmal an, wie eine Emulsion funktioniert. Hier habe ich ein Glas mit Öl und ein Glas mit Wasser.

Das Öl und das Wasser gieße ich in einem größeren Glas zusammen. Das Öl treibt nach oben, getrennt vom Wasser.

Jetzt mixe ich die Mischung. Öl und Wasser vermischen sich und werden milchig. Aber das Öl wandert wieder nach oben. Es dauert eine Weile, bis sich Öl und Wasser trennen, und das Wasser wird vorerst auch nicht wieder klar. Aber es ist ganz deutlich: Öl und Wasser haben sich nicht dauerhaft verbunden.

Nun kommt ein Emulgator ins Spiel. Hier habe ich einen Flüssigemulgator namens Mulsifan. Den Emulgator gieße ich zu der Mischung und nichts passiert.

Dann mixe ich noch einmal und die Mischung verbindet sich und es entsteht eine schaumige Milch. Diese Milch bleibt verbunden und trennt sich nicht wieder.

Man kann sie beispielsweise als Bademilch oder als Duschlotion verwenden.



Bezugsquellen für Produkte, die im Video verwendet wurden:

Die meisten Gerätschaften und Zutaten kann man auch bei spinnrad.de bestellen. Auch in Apotheken kann man viele Kosmetik-Zutaten bestellen, aber das hängt von der Bestellbereitschaft der jeweiligen Apotheke ab.


Animation

Emulsion Ablauf
Emulsion Ablauf


Den gleichen Vorgang können wir uns jetzt noch mal in einer schematischen Animation ansehen. Die violetten Kugeln sind die Öltröpfchen und die kleinen blauen Kugeln sind die Wassertröpfchen.


Nach dem Umrühren vermischen sie sich zunächst, trennen sich aber bald wieder in zwei Schichten.


Dann kommt der Emulgator dazu.


Wieder umrühren, und die Tröpfchen verbinden sich zur Emulsion.



2 Emulsions-Typen

Was man noch über Emulsionen wissen sollte, ist, dass es zwei Typen von Emulsionen gibt.

Milch und Butter sind gute Beispiele für die verschiedenen Emulsions-Typen sehen.

Milch ist eine Öl-in-Wasser-Emulsion und


Butter ist eine Wasser-in-Öl-Emulsion.


Schauen wir uns das mal in Schema-Zeichnungen an.


Öl-in-Wasser-Emulsion = OW

Bei einer Öl-in-Wasser-Emulsion werden wenige Öl-Tröpfchen von vielen Wasser-Tröpfchen umgeben. Sie wird auch als OW-Emulsion abgekürzt.

Öl-in-Wasser-Emulsionen enthalten meistens deutlich mehr Wasser als Öl, manchmal aber auch gleich viel.

Auch wenn die Milch unser Beispiel für eine Öl-in-Wasser-Emulsion ist, sind diese Emulsionen nicht immer flüssig. Als Creme sind sie angenehm cremig und können sogar recht fest sein.

Cremes mit einer Öl-in-Wasser-Emulsion eignen sich für normale, fette und auch leicht trockene Haut.

Ein typisches Creme-Beispiel für eine Öl-in-Wasser-Creme ist die Tagescreme für normale Haut.


Wasser-in-Öl-Emulsion = WO

Bei einer Wasser-in-Öl-Emulsion werden wenige Wassertröpfchen von vielen Öl-Tröpfchen umgeben. Sie wird auch als WO-Emulsion abgekürzt.

Wasser-in-Öl-Emulsionen enthalten meistens deutlich mehr Öl als Wasser.

Auch wenn die Butter unser Beispiel für eine Wasser-in-Öl-Emulsion ist, sind diese Emulsionen nicht immer fest. Sie sind genau so cremig wie Öl-in-Wasser-Cremes, aber sie sind fetter.

Darum eignen sich Wasser-in-Öl-Cremes vor allem für trockene Haut, aber auch für Heilcremes aller Art.

Ein typisches Beispiel für eine Wasser-in-Öl-Creme ist die Ringelblumen-Heilcreme.

Für die beiden verschiedenen Emulsionstypen braucht man normalerweise unterschiedliche Emulgatoren. Aber das sehen wir in einem späteren Video.

Praktischer Teil

Kommen wir zum praktischen Teil.

Wir machen heute eine Milchcreme mit der schnellen Blitzmethode. Für diese Creme habe ich mir ein paar neue Anwendungen einfallen lassen.


Man braucht:

  • 100 ml Milch und
  • 250 ml Pflanzenöl

Ein extra Emulgator ist nicht nötig, denn der natürliche Emulgator, der in der Milch enthalten ist, reicht noch für diese große Ölmenge.

Ich gieße die Milch in ein hohes Rührgefäß. Dann gieße ich das Öl dazu.

Mit einem Pürierstab gehe ich bis ganz nach unten in das Rührgefäß. Nun beginne ich zu mixen und bleibe ein paar Sekunden am Boden.


Man kann schnell sehen, dass sich die Mischung verändert. Schließlich ziehe ich den Pürierstab langsam nach oben. Eine ziemlich feste Creme ist entstanden. Eine Creme, die auch gleichzeitig eine Mayonnaise ist.


Aber was macht man mit so viel Creme, wenn man eigentlich schon genug Creme hat? Richtig! Einen Wellness-Abend.


Ich verteile die Milchcreme-Mayonnaise in verschiedene Schälchen.

Das größte Schälchen wird eine Mayonnaise, zum Abendessen und für die nächsten Tage.

In einem anderen Schälchen vermische ich die Milchcreme 1:1 mit Meersalz, als Körperpeeling für die Dusche. Das Peeling ist übrigens richtig toll geworden, angenehm in der Anwendung und macht eine superweiche Haut.

Mit der Milchcreme im dritten Schälchen mache ich eine Haarkur. Eine halbe Stunde vor dem Waschen creme ich die Haare großzügig mit der Milchcreme ein. Danach auswaschen und über die wunderbar seidigen, glänzenden, vollen Haare freuen.

Die Milchcreme im letzten Schälchen nehme ich für eine Gesichtsmaske. Vor dem Duschen das Gesicht dick damit bestreichen. Eine halbe Stunde einwirken lassen und direkt vor dem Duschen mit einem Küchenpapier abwischen.

Zusammen mit der Bademilch vom Emulsion-Experiment ist das ein herrliches Wellness-Programm für Zuhause.

Und nach dem Duschen gibt es dann ein leckeres Essen mit der selbstgemachten Mayonnaise.

Ich habe diesen kleinen Wellness-Abend sehr genossen.


Anregung

Anregung für die Wartezeit bis zum nächsten Kurs-Video:

Gönnt Euch doch auch mal eine kleine Wellness-Auszeit zuhause mit selbstgemachter Milchcreme.

Alles Gute bis zum nächsten Mal.

Dann geht es um Emulgatoren.

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